15 January 2026, 21:00

Deutsche Bahn verzichtet auf Modernisierung maroder Stellwerke an wichtiger Strecke

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Bahnhofs mit einer zentralen Signalbox, umgeben von Bahnschienen und einem Gebäude im Hintergrund, mit Text unten.

Deutsche Bahn verzichtet auf Modernisierung maroder Stellwerke an wichtiger Strecke

Die Deutsche Bahn hat sich gegen die Modernisierung von acht veralteten Stellwerken entlang der stark frequentierten Strecke Hagen–Wuppertal–Köln entschieden. Diese Entscheidung fällt trotz wiederholter Warnungen vor ihrem maroden Zustand und Forderungen nach einer dringenden Sanierung. Kritiker, darunter der grüne Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel, stellen den Beschluss infrage und sehen darin ein weiteres Beispiel für die umstrittenen Sanierungspläne des Unternehmens.

Die betroffenen Stellwerke sind in einem besorgniserregenden Zustand. Drei von ihnen – in Wuppertal-Oberbarmen, Wuppertal-Steinbeck sowie an einem weiteren, nicht genannten Standort – gelten als "kritisch". Zwei weitere in Schwelm und Solingen werden als "sehr schlecht" eingestuft, während das Stellwerk am Hagener Hauptbahnhof ebenfalls in schlechtem Zustand ist. Dennoch bestätigte die Deutsche Bahn, dass keines davon im Rahmen der laufenden Korridorsanierung ersetzt wird.

Gastel übt offene Kritik an der Entscheidung und widerspricht der Begründung des Unternehmens, wonach zu kurze Planungszeiten und fehlende Projektvorlagen verantwortlich seien. Er bezeichnete die gesamten Sanierungsarbeiten als "halbherzige Lösung" – ein Begriff, der ursprünglich von seinem Parteikollegen Ulrich Lange geprägt wurde. Gastel forderte Lange, der in einer einflussreichen Position sitzt, auf, sich für Nachbesserungen einzusetzen. Das übergeordnete Modernisierungsprojekt für die Strecke sieht nur begrenzte Aufwertungen vor: Lediglich sechs Hauptbahnhöfe erhalten eine vollständige Sanierung, davon werden vier als "zukunftssicher" eingestuft. Die Aufwertung von sechs S-Bahn-Stationen hingegen wird frühestens bis Ende 2027 abgeschlossen – lange nach Fertigstellung der übrigen Korridorarbeiten. Zudem wird das neue Europäische Zugsicherungssystem (ETCS), eine zentrale digitale Signaltechnik, auf dieser Strecke nicht eingeführt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Kontroverse fällt in die Amtszeit von Evelyn Palla, die kürzlich als neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn ihr Amt angetreten hat. Gastel forderte sie auf, das Unternehmen umzustrukturieren und dabei insbesondere die Modernisierung der Stellwerke entlang der Strecke Hagen–Wuppertal–Köln priorisiert anzugehen.

Damit bleiben acht Stellwerke in schlechtem oder kritischem Zustand ohne geplante Aufrüstung zurück. Auch die Arbeiten an den S-Bahn-Stationen werden sich deutlich über den Hauptsanierungszeitraum hinausziehen. Ohne die Einführung von ETCS bleiben langfristige Effizienz- und Sicherheitsverbesserungen auf der Strecke ungewiss.