Cyberbedrohungen in Deutschland: 88 % der IT-Experten schlagen Alarm
Salvatore HarloffCyberbedrohungen in Deutschland: 88 % der IT-Experten schlagen Alarm
Eine neue Umfrage unter 175 IT-Experten offenbart wachsende Sorgen über Cyberbedrohungen in Deutschland. Die vom eco-Verband durchgeführte Erhebung zeigt, dass 88 % der Befragten die aktuelle Bedrohungslage als hoch oder sehr hoch einstufen. Unternehmen setzen angesichts des Anstiegs von Ransomware- und KI-gestützten Angriffen zunehmend auf stärkere Abwehrmaßnahmen.
Ransomware bleibt die größte Cybergefahr und betrifft 6,4 % der Unternehmen, dicht gefolgt von CEO-Betrug mit 6,3 %. Angreifer setzen vermehrt auf doppelte Erpressungstaktiken – sie stehlen sensible Daten, bevor sie Systeme verschlüsseln, um zweimal Lösegeld zu fordern. Trotz der Risiken bewerten 56,5 % der IT-Experten die Sicherheit des eigenen Unternehmens als "gut" oder "sehr gut". Doch 75,6 % halten die deutsche Wirtschaft insgesamt schlecht auf schwere Vorfälle vorbereitet.
Die Schulung von Mitarbeitern rückt dabei in den Fokus: 60 % der Firmen führen regelmäßig Sensibilisierungsprogramme durch, weitere 19 % bieten unregelmäßige Schulungen an. Rund 60 % haben zudem Notfallpläne eingeführt, während 16 % daran arbeiten, solche zu etablieren. Auch die Budgets sollen aufgestockt werden – 47,4 % der Unternehmen planen, ihre Ausgaben für IT-Sicherheit zu erhöhen, darunter 5,1 %, die eine deutliche Steigerung vornehmen wollen.
Für die Zukunft erwarten 93,1 % der Befragten, dass KI die Bedrohungslage verschärfen wird, wobei 39,4 % bereits KI-Tools einsetzen, um ihre Abwehr zu stärken. Oliver Dehning, Leiter der Kompetenzgruppe Sicherheit im eco-Verband, betont die Notwendigkeit kontinuierlicher Resilienz-Bemühungen. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen für Unternehmen Datenverschlüsselung, E-Mail-Sicherheit und die Planung von Vorfallsreaktionen.
Die Umfrage zeigt eine Mischung aus Fortschritten und anhaltenden Herausforderungen in der Cybersicherheit. Zwar haben viele Firmen ihre Schulungen und Notfallpläne verbessert, doch bleiben Bedenken hinsichtlich der allgemeinen Vorbereitung der Wirtschaft. Angesichts der wachsenden KI-gestützten Bedrohungen investieren Unternehmen zwar mehr in ihre Abwehr – Experten warnen jedoch, dass nur konsequentes Handeln hilft, Angreifern einen Schritt voraus zu bleiben.






