Corny Littmanns 50 Jahre Bühne: Vom Rebell zum Hamburger Kulturikone
Toralf ZänkerTheaterregisseur Corny Littmann feiert 50 Jahre auf der Bühne - Corny Littmanns 50 Jahre Bühne: Vom Rebell zum Hamburger Kulturikone
Corny Littmann, Theaterregisseur, Schauspieler und Impresario, feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Bekannt für seine mutigen Inszenierungen und sein gesellschaftspolitisches Engagement, hat er Hamburgs Kulturszene nachhaltig geprägt. Seine Karriere begann bereits in der Kindheit und umfasst mittlerweile ein halbes Jahrhundert bahnbrechender Arbeit.
1952 in Münster geboren, zog Littmann mit 15 Jahren nach Hamburg. Seine erste bedeutende Rolle hatte er als einer der vierzig Diebe in Ali Baba und die vierzig Räuber. 1976 gründete er mit anderen Brühwarm, Deutschlands erste offen schwule Theatergruppe.
1982 startete Littmann gemeinsam mit Gunter Schmidt die Tourneetheatergruppe Familie Schmidt. Sechs Jahre später eröffneten sie mit der Show Sag „Bitte“ und ich singe das Schmidt Theater an der Reeperbahn – ein Ort, der bald für unkonventionelle Aufführungen bekannt wurde.
Die Schmidt Midnight Show, eine Mischung aus Varieté und Laientalent, erlangte nationale Bekanntheit, nachdem der NDR sie ins Programm nahm. 1991 erweiterten Littmann und sein Geschäftspartner ihr Imperium mit der Eröffnung des Schmidts Tivoli. Unter seiner Leitung feierte das Haus langjährige Erfolge wie Heiße Ecke – Das St.-Pauli-Musical und Die Königs vom Kiez und festigte seinen Ruf für skurrile, humorvolle Musicals. 2015 folgte mit dem Schmidtchen ein kleineres, aber nicht weniger beliebtes Theater.
Über die Bühne hinaus setzt sich Littmann seit Jahrzehnten für die Rechte von LGBTQ+-Personen ein. Von 2003 bis 2010 war er zudem Präsident des FC St. Pauli, des Fußballclubs, der eng mit Hamburgs alternativer Szene verbunden ist.
Littmanns 50-jähriges Schaffen vereint künstlerischen Erfindungsreichtum mit gesellschaftlichem Engagement. Seine Spielstätten prägen bis heute Hamburgs Unterhaltungslandschaft, während sein Wirken Theater und queere Sichtbarkeit gleichermaßen beeinflusst. Das Jubiläum steht für ein Leben, das Kultur – auf und hinter der Bühne – entscheidend mitgestaltet hat.






