Coca-Cola-Chef prangert Bürokratie und hohe Kosten in Deutschland an
Janin FinkeCoca-Cola beschwert sich über Standortbedingungen in Deutschland - Coca-Cola-Chef prangert Bürokratie und hohe Kosten in Deutschland an
John Galvin, Geschäftsführer von Coca-Cola Europacific Partners (CCEP) in Deutschland, hat sich zu den Herausforderungen für Unternehmen im Land geäußert. Er nannte übermäßige Bürokratie, hohe Kosten und langsame Genehmigungsverfahren als zentrale Hindernisse. Trotz dieser Schwierigkeiten bleibt CCEP seinen deutschen Aktivitäten verpflichtet.
Galvin beschrieb die aktuelle Wirtschaftslage als schwierig für Unternehmen. Selbst kleine Projekte wie das Versetzen eines Zauns oder das Beschneiden von Bäumen würden durch monatelange Verzögerungen blockiert, da mehrere Behörden ihre Zustimmung erteilen müssten. Zudem verwies er auf hohe Strompreise, Lohnkosten und krankheitsbedingte Fehlzeiten als zentrale Faktoren, die Investitionen erschweren.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnte, Deutschland durchlebe die schwerste Wirtschaftskrise seit Gründung der Bundesrepublik. Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), teilte diese Sorgen. Er kritisierte die ausbleibenden Fortschritte bei der Bürokratieabbau und betonte, dass neue Gesetze die Belastung für Unternehmen weiter erhöhten, während angekündigte Entlastungen nicht umgesetzt würden. Zwar befürwortete er die Idee einer "Bürokratiebremse", doch in der Praxis klaffe eine Lücke zwischen politischen Ankündigungen und deren Wirkung.
Galvin begrüßte zwar die jüngste Zusicherung von Bundeskanzler Friedrich Merz, die Regularien für Unternehmen zu vereinfachen. Doch er forderte, dass die Politik nun Taten folgen lassen müsse. Trotz aller Widrigkeiten habe CCEP – mit rund 6.100 Beschäftigten und einem jährlichen Absatz von 4,1 Milliarden Litern Coca-Cola-Produkten – keine Pläne, die Produktion ins Ausland zu verlagern. "Wir bleiben Deutschland verpflichtet", betonte Galvin.
Trotz der wirtschaftlichen Hürden führt CCEP seine Geschäfte in Deutschland fort. Die Entscheidung, im Land zu bleiben, unterstreicht das langfristige Engagement des Konzerns. Gleichzeitig fordern Wirtschaftsführer und Verbände dringend konkrete Maßnahmen, um Bürokratie abzubauen und Kosten zu senken, bevor sich die Lage weiter verschärft.






