Christian Ulmen in der Krise: Ex-Frau wirft Gewalt und Deepfake-Missbrauch vor
Toralf ZänkerChristian Ulmen in der Krise: Ex-Frau wirft Gewalt und Deepfake-Missbrauch vor
Christian Ulmen, einst ein beliebter deutscher Komiker und Schauspieler, sieht sich nun mit heftiger Kritik konfrontiert, nachdem seine Ex-Frau Collien Fernandes ihn öffentlich der sexuellen Ausbeutung durch Deepfakes, körperlicher Gewalt und Misshandlung beschuldigt hat. Die im März 2026 erhobenen Vorwürfe führten dazu, dass die Streaming-Plattform Joyn seine Serie jerks. aus dem Programm nahm. Die öffentliche Meinung hat sich radikal gewandelt – von Bewunderung hin zu Forderungen nach Konsequenzen.
Ulmen stieg in den mittleren 2000er-Jahren mit umstrittenen, aber populären Formaten zum Star auf. In Mein neuer Freund spielte er wöchentlich einen anderen "schrecklichen Freund", der seine Partnerinnen demütigte. Das Konzept: Frauen stellten ihren neuen Freund der Familie vor, doch die Männer benahmen sich dermaßen abscheulich, dass die Beziehungen oft noch während der Sendung beendet wurden. Wer die Erniedrigung bis zum Schluss durchhielt, erhielt eine Geldprämie.
Ein weiteres Projekt war Wer will meine Freundin vögeln?, bei dem Männer in peinlichen Challenges gegeneinander antraten, um zu beweisen, wer die "heißeste" Freundin hatte. Berüchtigt wurde Ulmen auch durch seine Figur Alexander von Eich, einen snobistischen Aristokraten, der seine Freundin mit "Franziskarrrr!" anbrüllte und sie mit einem Stock herumkommandierte. Kritiker sehen in diesen Auftritten heute den Ausdruck einer tief verwurzelten frauenfeindlichen Haltung.
Die Beziehung zwischen Ulmen und Fernandes wurde 2010 öffentlich – manche fragten sich damals, warum ein "brillanter, geistreicher Intellektueller" wie er sich mit einer "hübschen, aber etwas austauschbaren" Viva-Moderatorin einlasse. Fernandes wirft ihm nun vor, in ihrem Namen gefälschte Online-Profile erstellt, pornografische Inhalte verbreitet, Online-Dating betrieben und unter ihrer Identität Telefonssex geführt zu haben. Sie spricht von "virtueller Vergewaltigung". Im Netz wird inzwischen die Überlebende Gisèle Pelicot zitiert: "Die Scham muss die Seite wechseln."
Die Vorwürfe haben eine breite Debatte über Verantwortung ausgelöst, auch wenn Ulmen die Unschuldsvermutung genießt. Streaming-Dienste haben bereits reagiert und seine Inhalte entfernt. Der Fall wirft erneut Fragen zu Missbrauch, Deepfake-Ausbeutung und der Rolle von Prominenten im Umgang mit solchen Anschuldigungen auf.






