27 June 2026, 16:13

Bundeswehr kehrt F-126-Fregatten den Rücken – und setzt auf MEKO-200-Klasse statt teurer Großprojekte

IG Metall fordert Beteiligung von Rheinmetall an Korvettenbau

Bundeswehr kehrt F-126-Fregatten den Rücken – und setzt auf MEKO-200-Klasse statt teurer Großprojekte

Das deutsche Verteidigungsministerium hat die Pläne zum Bau von sechs Fregatten des Typs F-126 verworfen. Stattdessen sollen acht kleinere Schiffe der MEKO-200-Klasse bei ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) bestellt werden. Die Entscheidung hat die Rüstungsindustrie bereits in Aufruhr versetzt – nach der Bekanntgabe brach der Aktienkurs von Rheinmetall deutlich ein.

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Die Bundesregierung hatte zuvor 2,3 Milliarden Euro in die Entwicklung und Vorarbeiten für das F-126-Programm investiert. Jürgen Kerner, stellvertretender IG-Metall-Vorsitzender für Industriepolitik, betonte, dass nun Klarheit darüber bestehen müsse, wie diese Summe in die neuen Pläne einfließen soll.

Kerner forderte zudem von Verteidigungsminister Boris Pistorius, sicherzustellen, dass TKMS die gesamte Werftenbranche in das Projekt einbindet – darunter auch die ehemalige Naval Vessels Lürssen (NVL), die mittlerweile zu Rheinmetall gehört. Die Gewerkschaft IG Metall besteht darauf, dass die gesamte Industrie am alternativen Bauprogramm beteiligt wird.

Der Schiffbau für die Marine bleibt für Berlin ein zentrales Anliegen. Die Bundesregierung hat die Branche kürzlich in ihrer Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsindustriestrategie (SVI) als Schlüsseltechnologie für die Landesverteidigung eingestuft.

Der Wechsel von sechs F-126-Fregatten zu acht MEKO-200-Einheiten markiert eine grundlegende Neuausrichtung der deutschen Marinebeschaffung. Die Entscheidung wirft Fragen zur Zukunft der bisherigen Investitionen und zur Zusammenarbeit mit der Industrie auf. Nun muss das Verteidigungsministerium klären, wie die bereits ausgegebenen 2,3 Milliarden Euro in das neue Vorhaben einberechnet werden.

Quelle