29 June 2026, 22:22

Brasiliens umstrittene Öl-Auktion im Amazonas löst weltweite Empörung aus

Brasilien wegen angeblicher Klimahypokrisie angeklagt: Amazonien-Ölblöcke vor COP30 versteigert

Brasiliens umstrittene Öl-Auktion im Amazonas löst weltweite Empörung aus

Brasiliens Nationale Agentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) veranstaltete am 17. Juni 2025 eine große Versteigerung fossiler Brennstoffe. Dabei wurden 172 Öl- und Gasblöcke angeboten, von denen sich 68 im brasilianischen Amazonasgebiet befinden. Kritiker verurteilen den Schritt scharf und verweisen auf erhebliche Umwelt- und Sozialrisiken.

Bei der Auktion wurden 19 Offshore-Blöcke mit einer Fläche von 16.312 km² am Amazonasdelta vergeben. Große Unternehmen wie Chevron, CNPC, ExxonMobil und Petrobras sicherten sich die Rechte an diesen Gebieten. Trotz Empfehlungen der Aufsichtsbehörden wurde zuvor keine Umweltverträglichkeitsprüfung der Sedimentgebiete (AAAS) durchgeführt.

Proteste entzündeten sich an der fehlenden freien, vorherigen und informierten Zustimmung der indigenen und traditionellen Gemeinschaften. Dieses Vorgehen verstößt gegen die ILO-Konvention 169. Die Bundesstaatsanwaltschaft Brasiliens beantragte eine einstweilige Verfügung, um die Versteigerung zu stoppen, und begründete dies mit Verfahrensmängeln und unzureichenden Impact-Studien.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Umweltorganisationen üben harte Kritik an der Auktion. Gisela Hurtado von Stand.earth bezeichnete sie als „Leilão da Morte“ (Auktion des Todes) und warnte vor Gefahren für indigene Gebiete und die Ziele des Pariser Abkommens. Ilan Zugman von 350.org Lateinamerika warf der Regierung vor, eine Chance für einen gerechten Übergang zu erneuerbaren Energien vertan zu haben. Carolina Marçal vom Instituto ClimaInfo erklärte, die Versteigerung verschärfe die Klimakrise und sende ein verheerendes Signal. Mauricio Guetta von Avaaz fügte hinzu, sie könnte gegen verfassungsrechtliche und internationale Verpflichtungen Brasiliens verstoßen.

Die Auktion stößt auf breite Ablehnung, da sie Umwelt- und Sozialstandards ignoriert. Zudem untergräbt sie Brasiliens Rolle als Gastgeber der COP30 und seine Klimaschutzbemühungen. Rechtliche und aktivistische Gegenwehr hält an, während Gegner das Verfahren und seine Folgen anfechten.

Quelle