20 February 2026, 10:28

Brandenburgs Karnevalstraditionen kämpfen um Anerkennung als Kulturerbe

Eine Menschenmenge steht vor dem Brandenburger Tor in Berlin, Deutschland, viele tragen Mützen und Taschen, einige halten Schilder, mit den Säulen und Statuen des Tors im Hintergrund, Gebäuden mit Fenstern im Hintergrund, unter einem dunklen Himmel.

Rathäuser gestürmt - Karneval in Brandenburg beginnt - Brandenburgs Karnevalstraditionen kämpfen um Anerkennung als Kulturerbe

Die Karnevalstraditionen Ostdeutschlands sind nun für die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen worden. Damit wird ihre Bedeutung für die Förderung kultureller Vielfalt und sozialen Zusammenhalts gewürdigt. Die diesjährigen Feierlichkeiten haben bereits begonnen – trotz regnerischen Wetters finden in Brandenburg zahlreiche Veranstaltungen statt.

Die Karnevalssaison in Brandenburg wurde offiziell mit symbolträchtigen Zeremonien in mehreren Städten eröffnet. In Potsdam übergab Oberbürgermeisterin Noosha Aubel den Schlüssel zum Rathaus an die Jecken und läutete damit die Festlichkeiten ein. Wegen Sanierungsarbeiten am Hauptgebäude versammelten sich rund 150 Menschen stattdessen vor dem Babelsberger Rathaus, um gemeinsam zu feiern.

In Cottbus überreichte Oberbürgermeister Tobias Schick ebenfalls die Schlüssel zum Rathaus an das Karnevalsprinzenpaar. Hunderte Teilnehmer und Zuschauer trotzten dem wechselhaften Regenwetter. Lokale Vereine wie der Karnevalsclub Lindenpark, der Potsdamer Karnevalsclub sowie das "Narrenschiff" des Fasching-, Karnevals- und Gesellschaftsvereins gestalteten die Veranstaltungen maßgeblich mit.

Die brandenburgischen Karnevalstraditionen unterscheiden sich deutlich von denen in Westdeutschland. Während in Köln oder Mainz bunte Straßenumzüge dominieren, stehen in Brandenburg Laienaufführungen, Saalveranstaltungen – etwa der Salzkarneval – und humorvolle Büttenabende mit gesellschaftskritischen Reden im Mittelpunkt. Diese Bräuche entwickelten sich später: Erst nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 nahmen sie ihre heutige Form an, während westdeutsche Karnevalshochburgen wie Köln ihre Traditionen bereits 1823 wiederbelebten.

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Fred Witschel, Präsident des Berliner-Brandenburgischen Karnevalsverbands, beschrieb die Saison als eine Gelegenheit, Freude und Leichtigkeit zu verbreiten – besonders in schwierigen Zeiten. Gleichzeitig diskutiert die Karnevalsgemeinschaft aktuelle Themen wie kulturelle Aneignung, Inklusion und respektvollen Umgang miteinander, was gesellschaftliche Debatten widerspiegelt.

Mit dem Antrag auf Anerkennung als immaterielles Kulturerbe soll das einzigartige Brauchtum Brandenburgs bewahrt werden. Die Feiern verbinden regionale Identität, Integration und Nachhaltigkeit und stehen für eine Mischung aus Tradition und modernen Werten. Nun, da die Festlichkeiten in vollem Gange sind, liegt der Fokus auf Gemeinschaft und kultureller Verbundenheit.