Bonns legendäre "Pizza-Connection" feiert Comeback mit neuer Organisatorin
Toralf ZänkerBonns legendäre "Pizza-Connection" feiert Comeback mit neuer Organisatorin
Die "Pizza-Connection" kehrt zurück: Bonns informeller Politik-Treff wird wiederbelebt
Eine alte politische Tradition lebt in Bonn wieder auf: Die "Pizza-Connection", ein langjähriger, parteiübergreifender Diskussionskreis, hat ihre Treffen wieder aufgenommen. Die lockeren Runden, einst ein Treffpunkt für konservative und grüne Abgeordnete, werden nun in der neuen Legislaturperiode von der Grünen-Politikerin Claudia Müller koordiniert. Gleichzeitig hat auch der gewohnte Veranstaltungsort – ein lokales Restaurant – nach monatelangen Umbaumaßnahmen wieder seine Pforten geöffnet.
Die "Pizza-Connection" entstand Ende der 1990er-Jahre auf Initiative von Bernd Protzner, einem CDU-Politiker, der einer engeren Zusammenarbeit zwischen Konservativen und Grünen skeptisch gegenüberstand. Dennoch zählten zu den frühen Teilnehmern Persönlichkeiten wie Armin Laschet, Cem Özdemir und Norbert Röttgen. Über die Jahre hinweg kamen Mitglieder verschiedener Parteiflügel zusammen, doch eine schwarz-grüne Koalition auf Bundesebene entstand daraus nie.
Das Restaurant, in dem die Gespräche stattfanden, hatte vorübergehend geschlossen, nachdem die ursprünglichen Besitzer in den Ruhestand gegangen waren. Nach fünf Monaten Renovierung eröffnete es Mitte Oktober unter neuer Leitung – ein Nachkomme der Gründerfamilie hat die Geschäfte übernommen. Auf der Speisekarte steht nach wie vor Pasta als fester Bestandteil, auch wenn das Angebot regelmäßig wechselt.
Obwohl die Runde strikt vertraulich bleibt, bezeichnete ein grüner Politiker, der früher an den Treffen teilnahm, diese als "leere Wortgefechte", die die Gräben zwischen den Parteien nicht überbrücken konnten. Historisch gab es ähnliche parteiübergreifende Gespräche zwischen SPD, Linken und Grünen, doch in der aktuellen Legislaturperiode hat sich kein vergleichbares rot-rot-grünes Netzwerk etabliert.
Heute dient die "Pizza-Connection" weiterhin als Plattform für informellen Austausch – ihr Einfluss auf die offizielle Politik bleibt jedoch ungewiss. Die Wiederbelebung des Kreises markiert eine Rückkehr zu einer Ära inoffizieller politischer Gespräche. Mit Claudia Müller als neue Organisatorin besteht die Gruppe weiter als seltene Schnittstelle für parteiübergreifende Dialoge. Ob aus diesen Treffen konkrete Kooperationen entstehen oder sie bloße lockere Zusammenkünfte bleiben, wird sich noch zeigen.






