06 May 2026, 08:28

Bergisch Gladbach steht vor einer historischen Finanzkrise mit 44 Millionen Euro Verlust

Eine belebte Stadtstraße mit Fahrzeugen, einem Fußweg, Strommasten, Gebäuden, Bäumen und einem bewölkten Himmel, mit einem Gebäude mit der Aufschrift "Capas Public Market" im Vordergrund.

Bergisch Gladbach steht vor einer historischen Finanzkrise mit 44 Millionen Euro Verlust

Die Stadt Bergisch Gladbach verzeichnet erstmals ein deutlich negatives Jahresergebnis: Für 2024 wird ein vorläufiger Verlust von 44 Millionen Euro ausgewiesen. Die Finanzprognosen für die kommenden Jahre zeichnen ein noch düsteres Bild, da steigende Kosten und Finanzierungslücken den Haushalt der Kommune unter Druck setzen.

Die Jahresabrechnung 2024 markiert einen Wendepunkt für die Finanzen Bergisch Gladbachs. Zum ersten Mal wies die Stadt ein erhebliches Defizit aus und schloss das Jahr mit einem Minus von 44 Millionen Euro ab. Im Kommunalfinanzreport 2025 der Bertelsmann Stiftung wird das Jahr 2024 als „Kipp-Punkt“ für die Haushalte der Kommunen in der Region bezeichnet.

Für 2025 deutet sich kaum eine Besserung an. Die Stadt rechnet mit einem Jahresfehlbetrag von 54 Millionen Euro – immerhin etwas weniger als die ursprünglich veranschlagten 60,4 Millionen Euro. Der Kämmerer erwartet zudem Deckungslücken von rund 2 Millionen Euro im Jahr 2025 und 3,7 Millionen Euro 2026, getrieben durch steigende Personal- und Sachkosten.

Um die Krise zu bewältigen, wird die Verwaltung im Dezember einen Haushaltsentwurf für 2026 dem Rat vorlegen. Ziel ist es, die Auslösung eines verpflichtenden Haushaltssicherungskonzepts zu vermeiden. Ab 2026 sind Anpassungen geplant, um die langfristige Tragfähigkeit der Finanzen zu sichern.

Unterdessen fordert der Städtetag Nordrhein-Westfalen stärkere Unterstützung durch das Land. Die Kommunen müssten mindestens 78 Prozent der Bundesmittel erhalten, so die Forderung. Bund und Länder seien zudem in der Pflicht, die Finanzierung der auf die Kommunen übertragenen Aufgaben sicherzustellen.

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Die finanzielle Perspektive der Stadt bleibt angespannt – mit positiven Jahresergebnissen ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Ohne grundlegende Veränderungen oder zusätzliche Mittel wird Bergisch Gladbach weiterhin mit Haushaltsbelastungen kämpfen und muss fortlaufend gegensteuern, um eine tiefere Finanzkrise abzuwenden.

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