19 March 2026, 10:25

Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen lokale Kultursymbole aus

Menschen in traditioneller bayrischer Tracht spielen Instrumente, während sie eine Straße entlanggehen, die von Gebäuden gesäumt ist, einige halten Fahnen, mit einem Hügel und einem klaren Himmel im Hintergrund.

Wenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen lokale Kultursymbole aus

In ganz Bayern ersetzen Städte klassische Fußgängerampeln durch lokale Motive

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Von berühmten Kunstwerken bis zu traditionellen Trachten – in mindestens sieben Kommunen tauchen kreative Ampelfiguren auf. Der Trend verbindet Bürgerstolz mit bürgerschaftlichem Engagement, wobei die regionalen Behörden jede Umstellung genehmigen müssen.

Die Bewegung begann mit kleinen, aber symbolträchtigen Schritten. Augsburg installierte eine Kasperl-Figur in der Nähe seines Theaters, wofür die Regierung von Schwaben eine Sondergenehmigung erteilen musste. Nürnberg folgte mit Albrecht Dürers "Feldhase" als Ampelsymbol. Deggendorf setzte dagegen auf Humor: Hier wirft eine Frau einen Knödel.

Weitere Städte zogen nach. München verfügt mittlerweile über drei Ampeln mit dem Pumuckl, während Straubing den "Bruder Straubinger", eine lokale Figur, abbildet. Dachau führte Figuren in traditioneller bayerischer Tracht ein, teilweise finanziert durch Spenden der Anwohner. Die Kosten für Schablonen und Gestaltung beliefen sich dort auf nur 300 Euro. Aufgrund der positiven Resonanz plant die Stadt bald weitere Trachten-Figuren.

In Hof gestaltete sich der Prozess schwieriger. Der Vorschlag, den beliebten "Wärschtlamo" – einen Würstchenverkäufer als Wahrzeichen der Stadt – als Ampelmännchen umzusetzen, wurde zunächst abgelehnt. Nach einer erneuten Prüfung gab es grünes Licht, wobei die SPD-Fraktion die 3.000 Euro übernahm. Die Figur soll bald montiert werden und ist damit der neueste Zusatz zu Bayerns wachsender Sammlung.

Das bayerische Innenministerium bevorzugt zwar standardisierte Designs, erlaubt aber individuelle Motive, sofern die Kommunen die Zustimmung der Regionalregierung einholen. Diese Regelung sorgt für Kontrolle, lässt den Städten jedoch Spielraum, ihre Identität zu feiern.

Der Trend zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung – Dachau plant bereits Erweiterungen. Jede Figur spiegelt lokale Kultur wider, von Kunst über kulinarische Traditionen bis zu Brauchtum. Während der Freistaat die Aufsicht behält, sind es Bürgerbegeisterung und Eigeninitiative, die diese verspielt-kreativen Projekte erst möglich machen.

Quelle