17 March 2026, 02:11

Bayer-Aktie steigt um 4,71 % – doch diese zwei Entscheidungen sind jetzt entscheidend

Altes Buch mit einer Zeichnung eines "Bayer Thermometers" beschriftet mit "Patent Nr. 263,649" auf dem Cover.

Bayer-Aktie steigt um 4,71 % – doch diese zwei Entscheidungen sind jetzt entscheidend

Die Aktien von Bayer stiegen heute deutlich an und kletterten um 4,71 % auf 40,25 Euro. Der Kursanstieg folgt auf positive Entwicklungen in der Pharmapipeline des Konzerns sowie anstehende juristische Entscheidungen in den Roundup-Klagen. Anleger richten ihren Blick nun auf zwei zentrale Ereignisse: ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA zu Warnhinweisen und einen Erlass der Regierung zur Glyphosat-Versorgung.

Trotz der Kursgewinne kämpft das Unternehmen weiterhin mit finanziellen Problemen. Für 2025 wurde ein Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro ausgewiesen, während die Nettoverschuldung fast 30 Milliarden Euro erreicht. Dennoch bleibt die Pharmasparte eine Stütze und gibt mit neuen Medikamenten und klinischen Erfolgen Hoffnung auf Erholung.

Die rechtlichen Auseinandersetzungen um Roundup erreichen eine entscheidende Phase. Die mündliche Verhandlung vor dem US-Supreme Court zu Warnhinweisen ist für den 1. April 2026 angesetzt – zeitgleich mit der Hauptversammlung von Bayer. Dort stimmen die Aktionäre über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie ab. Eine endgültige Entscheidung des Gerichts wird bis Mitte Juni erwartet und könnte je nach Ausgang erhebliche finanzielle Auswirkungen haben.

Ein für Bayer günstiges Urteil könnte die Belastung der Bilanz verringern, besonders in Kombination mit den jüngsten Erfolgen in der Pharmasparte. Das Medikament Kerendia (Finerenon) ist bereits seit Juli 2021 von der US-Arzneimittelbehörde FDA für chronische Nierenerkrankungen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes zugelassen und seit März 2022 auch in der EU. Nun hat die Phase-III-Studie FIND-CKD ihren primären Endpunkt für nicht-diabetische chronische Nierenerkrankungen erreicht, was das Anwendungsspektrum erweitert. Bayer plant, einen Antrag auf eine erweiterte FDA-Zulassung einzureichen, was die Marktchancen deutlich verbessern würde.

Trotz hoher Prozesskosten zeigt sich die Pharmasparte widerstandsfähig. Das Unternehmen strebt an, in den nächsten zehn Jahren zehn Blockbuster-Medikamente auf den Markt zu bringen, um die finanzielle Belastung auszugleichen. Zudem beobachten Anleger einen bevorstehenden Erlass der US-Regierung, der die Glyphosat-Versorgung sichern soll – ein Schritt, der das Agrargeschäft von Bayer weiter stabilisieren könnte.

Die Entscheidung des Supreme Court zu den Roundup-Warnhinweisen wird für die finanzielle Zukunft von Bayer wegweisend sein. Ein positives Ergebnis, kombiniert mit der erweiterten Zulassung von Kerendia und neuen Medikamenten, könnte die Schuldenlast mindern und das Vertrauen der Investoren stärken. Die nächsten Schritte des Konzerns – darunter die Abstimmung auf der Hauptversammlung und der FDA-Antrag – werden in den kommenden Monaten den Weg der Erholung prägen.

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