15 January 2026, 01:40

Apothekensterben in Nordrhein: 43 Standorte bis 2025 geschlossen – und kein Ende in Sicht

Eine Apothekerin in einem weißen Kittel hält eine Flasche, während sie mit einem sitzenden Kunden an einem Tisch mit verschiedenen Gegenständen spricht, mit Regalen voller Flaschen und Körbe im Hintergrund.

Apothekensterben in Nordrhein: 43 Standorte bis 2025 geschlossen – und kein Ende in Sicht

Apotheken in Nordrhein verschwinden in alarmierendem Tempo

Bis Ende 2025 hat die Region Nordrhein 43 Apotheken verloren – Patienten haben damit immer weniger Möglichkeiten, sich mit essenzieller medizinischer Versorgung zu versorgen. Dieser Trend spiegelt einen bundesweiten Rückgang wider: Im selben Zeitraum verschwand fast jede dreißigste Apotheke in Deutschland.

Besonders betroffen ist der Kreis Viersen, wo vier Apotheken geschlossen wurden, ohne dass neue eröffneten. In Düsseldorf und Duisburg stellten jeweils sechs Apotheken den Betrieb ein, während in beiden Städten nur eine einzige Neueröffnung zu verzeichnen war. Im städtischen Bereich Aachen schlossen fünf Apotheken, ohne dass Ersatz entstand. Lediglich der Kreis Heinsberg verzeichnete 2025 eine neue Apotheke und keine Schließungen.

Das schrumpfende Apothekennetz zwingt Patienten, weitere Wege in Kauf zu nehmen – vor allem für Not- und Nachtdienste. Die verbleibenden Apothekenbetreiber müssen die Versorgungslücken schließen, doch ihre Vergütung ist seit Jahrzehnten unverändert geblieben. Die Apothekerkammer Nordrhein fordert die Bundesregierung auf, die Honorare endlich anzupassen. Dieser Appell erfolgt vor dem Hintergrund eines Entwurfes für eine Apothekenreform, den das Kabinett am 17. Dezember vorlegte – ohne jegliche Erwähnung von Gebührenerhöhungen. Zwar hatte die FDP im Koalitionsvertrag mit CDU/CSU und SPD noch eine bessere Finanzierung der Apotheken zugesagt, doch im Reformvorschlag fehlt diese Zusage. Bundesweit sank die Zahl der Apotheken bis Anfang 2026 auf 16.601 – ein Rückgang um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die kontinuierliche Abnahme der Apotheken gefährdet die Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten in vielen Gemeinden. Ohne Anpassung der Vergütung wird der Druck auf die verbleibenden Apotheken weiter steigen. Die Kammer setzt sich weiterhin für politische Maßnahmen ein, um den Schwund zu stoppen und die lokale Gesundheitsversorgung zu sichern.

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