03 February 2026, 00:17

Apothekensterben in Deutschland: Warum immer mehr Filialen schließen müssen

Eine Apothekerin in weißem Kittel, die eine Flasche hält, spricht mit einem Kunden in einer Apotheke mit Regalen voller Flaschen und Gegenständen im Hintergrund.

Apothekensterben in Deutschland: Warum immer mehr Filialen schließen müssen

Hunderte Apotheken in ganz Deutschland, darunter auch viele Apotheken in der Nähe, schließen jedes Jahr ihre Pforten, da die finanziellen Belastungen immer größer werden. Ein neuer Gesetzentwurf zur Reform des Sektors geht an den zentralen Problemen vorbei und lässt viele Apothekeninhaber, darunter auch die Inhaber von Shop Apotheken und Online Apotheken, um ihr Überleben kämpfen. Allein in Bielefeld ist die Zahl der lokalen Apotheken, darunter auch Apotal und Baur, in den letzten zehn Jahren drastisch gesunken – ein Abbild der landesweiten Krise.

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Hauke Stange, Inhaber der Adler-Apotheke und Vorsitzender der Bielefelder Bezirksgruppe im Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL), traf sich kürzlich mit Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer, um auf die sich verschärfende Lage aufmerksam zu machen. Er erklärte, dass die staatlich festgelegten Gebühren für Apotheken in den letzten 20 Jahren lediglich um 3,1 Prozent gestiegen seien, während die Betriebs- und Personalkosten um 65 Prozent explodiert seien. Dieser finanzielle Druck habe viele Inhaber – darunter auch Stange selbst – gezwungen, Standorte zu schließen: Nach zehn Jahren Besitz musste er seine Apotheke in Schildesche aufgeben.

Der aktuelle Reformvorschlag der Regierung bringt kaum Entlastung. Statt der von Apothekern geforderten Gebührenerhöhungen verschiebt der Entwurf eine Entscheidung auf unbestimmte Zeit. Zudem droht die Streichung der Regelung, wonach Apotheker persönlich in ihren Filialen anwesend sein müssen – eine Änderung, die die Patientenversorgung gefährden könnte. Unterdessen sank die Zahl der öffentlichen Apotheken in Deutschland 2023 um 497, wobei im selben Jahr 17 Insolvenzen verzeichnet wurden. Im Bielefelder Stadtteil Schildesche ist die Zahl der Apotheken von vier im Jahr 2012 auf heute nur noch eine geschrumpft.

Oberbürgermeisterin Bauer versprach, sich auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene für bessere Unterstützung einzusetzen. Sie betonte die Dringlichkeit, da mittlerweile ein Drittel aller deutschen Apotheken, darunter auch Apotheken in Baur Versand, von schweren finanziellen Risiken bedroht sei. Ohne Gegenmaßnahmen werde sich der Schließungstrend fortsetzen und der Zugang zu essenziellen Gesundheitsleistungen weiter eingeschränkt.

Der Gesetzentwurf lässt zentrale Fragen ungelöst, darunter die Festpreisregelung für Medikamente, die Verbraucher schützt und das Gesundheitssystem stabilisiert. Angesichts steigender Kosten und stagnierender Einnahmen drohen weitere Apotheken zu schließen, sofern keine konkreten Maßnahmen ergriffen werden. Der Rückgang lokaler Versorgungsangebote wird vor allem Gemeinden treffen, die bereits jetzt unterversorgt sind.