Anti-Sexismus-Aktion bei Rot-Weiss Essen scheitert an massivem Fan-Widerstand
Toralf ZänkerAnti-Sexismus-Aktion bei Rot-Weiss Essen scheitert an massivem Fan-Widerstand
Geplante Anti-Sexismus-Kampagne im Stadion von Rot-Weiss Essen stößt auf heftigen Widerstand der Fans
Die von der Fan-Initiative "RWE für Toleranz" organisierte Aktion gegen Sexismus im Stadion von Rot-Weiss Essen scheiterte an massiver Ablehnung. Statt Unterstützung erntete die Kampagne, die sexistische Einstellungen hinterfragen wollte, Spott und feindselige Parolen.
Die Initiative hatte Frauen aufgerufen, die vorderen Reihen der Westtribüne für die ersten 19 Minuten und sieben Sekunden eines Spiels zu besetzen – als Zeichen dafür, dass Frauen überall im Stadion ihren Platz haben. Doch laut den Organisator:innen beteiligte sich keine einzige Frau an der Protestzone.
Vor dem Spiel wurden Flugblätter mit sexistischen Sprüchen verteilt, darunter die Botschaft "Keine Frauen in der ersten Reihe". Während der Partie übertönten gegnerische Fans die Aktion mit rassistischen und frauenfeindlichen Gesängen wie "Weiber weg, Neger weg". Die Hetze eskalierte in weiteren Spott, was die eigentliche Wirkung der Kampagne zunichtemachte.
Der Verein Rot-Weiss Essen distanzierte sich in einer Stellungnahme deutlich von den Vorfällen und betonte sein Engagement für Vielfalt und Respekt gegenüber allen Fans.
Das gescheiterte Vorhaben zeigt, wie schwer es nach wie vor ist, Sexismus und Rassismus unter Fußballfans zu bekämpfen. Zwar verurteilte der Club das Verhalten, doch der Vorfall offenbart, wie tief verankert diskriminierende Haltungen in Teilen der Fangemeinde noch sind. Ob es weitere Aktionen geben wird, ließen die Organisator:innen bisher offen.






