"Angekommen": Wie Geflüchtete in Bergisch Gladbach ein neues Leben aufbauen
Agata Hübel"Angekommen": Wie Geflüchtete in Bergisch Gladbach ein neues Leben aufbauen
Ausstellung in Bergisch Gladbach erzählt Geschichten von Geflüchteten, die in Deutschland neu angefangen haben
Eine Ausstellung in Bergisch Gladbach präsentiert die Schicksale von Geflüchteten, die sich in Deutschland ein neues Leben aufgebaut haben. Einer von ihnen ist Habte Abrahle, der aus Eritrea floh und heute als Bäcker und Greenkeeper arbeitet. Seine Geschichte und die anderer Geflüchteter werden in der Porträtausstellung "Angekommen" gezeigt, die noch bis zum 6. Dezember im "Himmel un Ääd" zu sehen ist.
Habte Abrahles Weg nach Deutschland war entbehrungsreich. Er durchquerte die Sahara in einem überfüllten Lastwagen, mit kaum Nahrung oder Wasser. Nach seiner Ankunft 2015 verbrachte er acht Monate in einem Zelt und weitere vier in einem Frachtcontainer. Wie über 1.000 andere Geflüchtete, die sich in Bergisch Gladbach niederließen, musste er zunächst mit Herausforderungen kämpfen – darunter auch Rassismus –, fand aber nach und nach seinen Platz in der Gemeinschaft.
Eine lokale Willkommensinitiative in Schildgen, unterstützt von rund 100 Anwohnerinnen und Anwohnern, half ihm bei der Integration. Durch ihre Unterstützung erhielt Abrahle eine feste Anstellung, zunächst als Bäcker, später als Greenkeeper. Er erwarb das B1-Sprachzertifikat in Deutsch, musste sich aber aus Zeitgründen auf die Arbeit statt auf weitere Sprachkurse konzentrieren.
Auch privat stabilisierte sich sein Leben. Nach Verzögerungen wegen Problemen mit der Heiratsurkunde konnte seine Frau 2021 zu ihm nach Deutschland nachziehen. Mittlerweile hat das Paar drei Kinder.
Die Ausstellung "Angekommen" stellt solche Schicksale in Porträts vor. Am 28. November findet im "Himmel un Ääd" eine Veranstaltung unter dem Titel "Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen" statt, bei der zwei Geflüchtete persönlich von ihren Wegen berichten.
Die Ausstellung und die Begleitveranstaltung sollen zeigen, welche Fortschritte Geflüchtete seit ihrer Ankunft in Deutschland gemacht haben. Habte Abrahles Geschichte – von der lebensgefährlichen Wüstenüberquerung bis hin zu einem sicheren Job und einem Familienleben – steht exemplarisch für die Erfahrungen vieler, die hier neu Fuß gefasst haben. Die Initiative in Schildgen setzt sich weiterhin für Integration ein, wobei das Engagement der lokalen Bevölkerung eine zentrale Rolle spielt.






