Aminata Belli kämpft gegen das Schweigen über Mobbing in deutschen Schulen
Toralf ZänkerDer Moderator geht gegen Mobbing vor - Aminata Belli kämpft gegen das Schweigen über Mobbing in deutschen Schulen
Aminata Belli, die 33-jährige Aktivistin, ist zu einer zentralen Stimme im Kampf gegen Mobbing in Deutschland geworden. Seit Anfang 2026 hat sie im Rahmen der NDR-Initiative "echt und klar" – verbunden mit der Anti-Mobbing-Kampagne #SagNichtsGegen – bereits über 500 Schulen im ganzen Land besucht. Ihre Arbeit fällt in eine Zeit, in der fast die Hälfte der jungen Menschen in Deutschland angibt, Mobbing erlebt zu haben – doch 80 Prozent von ihnen schweigen aus Angst oder Scham.
Bellis Engagement für die Kampagne begann nach ihren eigenen Erfahrungen mit Hass im Netz. Noch in diesem Jahr zog sie sich vorübergehend aus den sozialen Medien zurück, erschöpft von der unerbittlichen Hetze. Der Rückzug war notwendig, wie sie einräumt: Die ständigen Angriffe hatten sie körperlich und seelisch ausgelaugt.
Bei ihren Schulbesuchen thematisiert sie Mobbing, Leistungsdruck und psychische Gesundheit. Ein prägender Moment war ihr erstes "echt und klar"-Interview mit Johannes und Philipp Mickenbecker. Sie erinnert sich, wie offene Gespräche unter Schüler:innen oft mehr Verständnis schaffen als formeller Unterricht.
Soziale Medien haben Mobbing leichter, weitverbreiteter und schwerer kontrollierbar gemacht. Belli betont: Niemand verdient es, zur Zielscheibe zu werden – weder in der Schule, am Arbeitsplatz noch im Netz. Sie möchte Betroffenen Mut machen und die Gesellschaft dazu bringen, das Schweigen über solche Erfahrungen zu überwinden.
Die Botschaft der Kampagne ist klar: Brecht das Schweigen, holt euch Hilfe und zeigt Zivilcourage, wenn ihr Mobbing mitbekommt. Mit ihren Schulbesuchen will Belli diese Botschaft in Taten umsetzen.
Bis März 2026 hatten ihre Workshops Hunderte Schulen in Norddeutschland erreicht. Die Initiative ermutigt junge Menschen, Mobbing zu melden und sich gegenseitig zu unterstützen. Angesichts der Tatsache, dass fast die Hälfte der Jugendlichen betroffen ist, bleibt der Appell zu offener Kommunikation und frühzeitiger Intervention dringender denn je.






