"Alf"-Stimme Tommi Piper kämpft mit Armut und besucht erstmals die Tafel
Toralf Zänker"Alf"-Stimme Tommi Piper kämpft mit Armut und besucht erstmals die Tafel
Tommi Piper, der 84-jährige Synchronsprecher, der in Deutschland vor allem als Stimme von Alf bekannt wurde, hat zum ersten Mal eine Tafel besucht. Angesichts finanzieller Schwierigkeiten wandte er sich nach Jahren rückläufiger Aufträge und steigender Kosten an die Filiale in Oberschleißheim. Die Mitarbeiter empfingen ihn herzlich, boten ihm Unterstützung und ein warmes Essen an – was ihn sichtbar berührte.
Pipers Karriere brachte ihm einst internationalen Ruhm ein, vor allem durch die Synchronisation des beliebten Außerirdischen Alf zwischen 1986 und 1990. Zwar wirkte er auch bei Star Trek (als Sulu), Bonanza (Little Joe) sowie deutschen Fernsehserien wie Der Alte und Derrick mit, doch blieben diese Rollen größtenteils im Inland bekannt. In den letzten Jahren versiegten jedoch die Angebote für Schauspiel- und Synchrontätigkeiten, was ihn in finanzielle Not brachte.
Der Schauspieler lebt heute allein in einem Haus, das seinem Sohn gehört, und übernimmt lediglich die Nebenkosten. Sein Einkommen besteht aus einer kleinen Rente und gelegentlichen Zuwendungen seines Sohnes Tobias. Um zu sparen, verkaufte er sein Auto und verzichtete auf kleine Annehmlichkeiten. Trotz aller Schwierigkeiten ist er dankbar, überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben.
Pipers Putzfrau, eine ukrainische Geflüchtete, begleitete ihn zur Tafel. Der Besuch erfolgte zu einer Zeit, in der er aufgrund seines Alters und seiner Situation über einen Umzug in ein betreutes Wohnen nachdenkt. Parallel zu diesen Herausforderungen hat er gemeinsam mit dem Co-Autor Johannes Maria Brunner eine Autobiografie verfasst, "Ja, ich war Alf", doch bisher lehnten 40 Verlage das Manuskript ab.
Pipers erster Tafelbesuch unterstreicht die finanzielle Not, mit der viele ältere Schauspieler nach dem Ende ihrer Karriere konfrontiert sind. Mit begrenztem Einkommen, fehlenden neuen Projekten und einem unveröffentlichten Buch bleibt seine Zukunft ungewiss. Derzeit ist er auf bescheidene Unterstützung durch Familie und gemeinnützige Einrichtungen angewiesen, um über die Runden zu kommen.






