20 December 2025, 06:39

"After Beuys" - Eine Hommage

Ein Buch mit einer Cartoon-Malerei auf dem Cover.

"After Beuys" - Eine Hommage

"Nach Beuys" – Eine Hommage

Die Werkstatt-Reihe „After Beuys“ in der Galerie Eigen+Art wurde als „Gegenentwurf“ zum Versuch verstanden, Beuys vom „Ballast des erweiterten Kunstbegriffs“ zu befreien.

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6. September 2012

1988 zeigte die DDR ihre erste und einzige Ausstellung mit Werken von Joseph Beuys – Jahre, nachdem sie ihn als „unerwünschte Person“ gebrandmarkt hatte. Die Schau mit dem Titel „Beuys vor Beuys“ lief von Mitte Januar bis Mitte Mai im Berliner Marstall und später in Leipzig. Die Organisatoren vermieden bewusst jeden Hinweis auf seinen Ruf als gesellschaftlich engagierter Künstler oder Demokrat.

Die Ursprünge der Ausstellung reichen bis zu Verhandlungen zurück, die Beuys selbst und sein Assistent Walter Schade noch vor seinem Tod 1986 initiiert hatten. Wichtige Akteure waren DDR-Kulturfunktionäre wie Willi Köppen vom Ministerium für Kultur und Eberhard Bartke von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Auch Vertreter des Zentrums für aktuelle Kunst Schloss Morsbroich, Uwe M. Schneede und Klaus Honnef, spielten eine zentrale Rolle.

Nach Beuys’ Tod begannen selbst die Verantwortlichen in den Kunstinstitutionen der DDR, seine Bedeutung anzuerkennen. Manfred Wekwerth, Präsident der Akademie der Künste, schrieb an das ZK der SED, dass eine Auseinandersetzung mit Beuys unvermeidbar geworden sei. Die Ausstellung präsentierte schließlich 216 Werke aus der Sammlung van der Grinten, alle zwischen 1946 und 1966 entstanden. Trotz ihres bahnbrechenden Charakters verzichtete die Schau bewusst auf Verweise zu Beuys’ politischem oder demokratischem Engagement.

„Beuys vor Beuys“ markierte eine seltene kulturelle Zäsur in der DDR. Zum ersten Mal konnten ostdeutsche Besucher Beuys’ frühe Werke sehen. Die Ausstellung spiegelte zugleich einen vorsichtigen, aber spürbaren Wandel in der Haltung des Staates gegenüber einem Künstler wider, den er lange abgelehnt hatte.