08 February 2026, 10:26

AfD-Demo in Münster-Coerde zieht nur 60 Teilnehmer an – 450 protestieren dagegen

Eine große Gruppe von Menschen nimmt an einer Protestdemo auf einer Straße in Washington, D.C. teil, einige halten Schilder und Banner, andere fahren Fahrräder, und Schilder, Bäume und ein klarer blauer Himmel sind im Hintergrund zu sehen.

AfD-Demo in Münster-Coerde zieht nur 60 Teilnehmer an – 450 protestieren dagegen

Rechtsextreme Kundgebung der AfD in Münster-Coerde zieht rund 60 Teilnehmer an – Gegenprotest versammelt etwa 450 Menschen

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Eine Kundgebung der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) in Münster-Coerde lockte am Samstag etwa 60 Teilnehmer an. Gleichzeitig zog eine deutlich größere Gegenveranstaltung rund 450 Menschen an, organisiert von lokalen Gruppen, die sich gegen die Politik der Partei stellen. Die Polizei hielt beide Demonstrationen während der gesamten Veranstaltung räumlich strikt voneinander getrennt.

An der AfD-Kundgebung nahmen Parteimitglieder sowie ein Landessprecher teil; sie versammelten sich in der Nähe des Zentrums von Coerde. Unter den Anwesenden war auch Linus, ein 22-jähriger Pädagoge aus dem Raum Münster. Er begründete seine Unterstützung für die AfD mit der Wirtschaftspolitik und der Migrationspolitik der Partei und argumentierte, Deutschland solle innerdeutsche Probleme Vorrang vor finanzieller Hilfe für die Ukraine und Israel einräumen. Zudem behauptete er, ältere Menschen hätten mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, während Mittel ins Ausland flössen.

Gegen den Auftritt der AfD mobilisierten das Bündnis "Keinen Zentimeter den Nazis" und die lokale Initiative "Coerde ist bunt" Hunderte Anwohner. Eve Lyn Gardias, eine Coerder Einwohnerin und Mitglied von "Coerde ist bunt", sprach bei der Gegenkundgebung und kritisierte die Haltung der AfD zu Migration und Sozialpolitik. Sie rief die Anwesenden auf, rechtsextreme Ideologien abzulehnen und sich für die weltoffenen Werte des Stadtteils einzusetzen.

Die Polizei überwachte beide Versammlungen genau und verhinderte direkte Auseinandersetzungen. Während die AfD-Veranstaltung klein blieb, überstieg die Teilnehmerzahl der Gegenkundgebung diese deutlich. Offizielle Erhebungen zu möglichen Verschiebungen der Wählerstimmung in Coerde seit den Kommunalwahlen 2020 – als die Wahlbeteiligung in Münster insgesamt bei etwa 52 Prozent lag – liegen nicht vor; auch auf Bezirksebene wurden die Daten seither nicht aktualisiert.

Die Gegenveranstaltung endete friedlich; die Organisatoren werteten sie als Zeichen der Solidarität gegen rechtsextreme Politik. Die AfD-Kundgebung, obwohl kleiner, spiegelte die anhaltenden Debatten über Migration und wirtschaftliche Prioritäten in der Region wider. Bisher sind in Coerde keine weiteren Demonstrationen angekündigt.