21 April 2026, 08:13

23-Millionen-Neubau für Ibbenbürener Hauptschule trotz nur fünf angemeldeten Kindern

Eine Gruppe von Kindern in Schuluniformen vor einem Gebäude mit einer Wand und einem Rollladen im Hintergrund.

23-Millionen-Neubau für Ibbenbürener Hauptschule trotz nur fünf angemeldeten Kindern

In Ibbenbüren soll für 23 Millionen Euro ein neues Schulgebäude für die Gemeinschaft-Hauptschule errichtet werden. Diese Entscheidung fällt trotz eines deutlichen Rückgangs der Schülerzahlen: Für das Schuljahr 2025/2026 sind bisher nur fünf Kinder angemeldet. Die meisten politischen Parteien der Stadt unterstützen das Vorhaben, mit dem zwei bestehende Standorte zusammengelegt werden sollen.

Die heutige Hauptschule ist auf zwei Teilstandorte verteilt, an denen jeweils unterschiedliche Jahrgangsstufen unterrichtet werden. An beiden Standorten lernen Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Hintergründen, darunter Geflüchtete, Quereinsteiger aus anderen Schulen sowie Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Der Neubau soll beide Standorte unter einem Dach vereinen.

Seit Jahren fordern Eltern längeres gemeinsames Lernen sowie die Möglichkeit, dass leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler an derselben Schule ihr Abitur ablegen können. Die Schule ist zwar als "inklusive Lernschule" zertifiziert, erhält aber in den Bereichen Störungsmanagement und Differenzierung nur schlechte Bewertungen. Kritiker argumentieren, dass eine Umverteilung der Mittel zugunsten inklusiver Bildung viele strukturelle Probleme lösen könnte – statt an getrennten Schulformen festzuhalten.

Das Bildungsangebot der Stadt umfasst bereits zwei Gymnasien, eine städtische und eine katholische Realschule sowie eine Gesamtschule mit auf vier Züge pro Jahrgangsstufe begrenzter Kapazität. Dennoch haben sich fast alle politischen Parteien – mit einer Ausnahme – für den Neubau der Hauptschule ausgesprochen, dessen Fertigstellung für 2030 geplant ist.

Maria Frank, eine ehemalige Lehrerin, engagiert sich seit Jahren in lokalen Bildungsinitiativen, darunter das Projekt AG Stolpersteine ERNA und als Kunstlehrerin an einer freien Schule in Ibbenbüren. Ihr Einsatz spiegelt das breite bürgergesellschaftliche Interesse wider, die schulische Landschaft der Stadt mitzugestalten.

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Der 23 Millionen Euro teure Neubau soll das bisherige Zweistandort-Modell ablösen – trotz der weiterhin geringen Schülerzahlen. Mit der für 2030 vorgesehenen Fertigstellung steht das Projekt exemplarisch für die anhaltende Debatte über Ressourcenverteilung und die Zukunft inklusiver Bildung in Ibbenbüren. Gleichzeitig kommt es damit langjährigen Forderungen von Eltern nach flexibleren Bildungswegen nach.

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