152 Castor-Behälter mit Atommüll rollen von Jülich nach Ahaus – trotz Protesten und Klagen
Janin Finke152 Castor-Behälter mit Atommüll rollen von Jülich nach Ahaus – trotz Protesten und Klagen
Deutschland bereitet die Verlegung von 152 Castor-Behältern mit atomarem Abfall vom Forschungszentrum Jülich zu einem Zwischenlager im nordrhein-westfälischen Ahaus vor. Die ersten Transporte sollen bereits nächste Woche beginnen – trotz anhaltender juristischer Auseinandersetzungen und lokalen Widerstands. Der Müll lagert seit 40 Jahren in Jülich, seitdem der dortige Versuchsreaktor 1988 abgeschaltet wurde.
Ursprünglich war der Atommüll nach der Stilllegung des Reaktors 1988 auf dem Jülicher Gelände eingelagert worden. Jahrzehntelang wurde über eine Verlegung diskutiert, doch das Forschungszentrum weigerte sich, die Behälter länger aufzubewahren. Im August 2025 erteilte die Behörde schließlich die Genehmigung für die Transporte, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch kein einziger Castor verlegt worden war.
Das Zwischenlager Ahaus betreibt seine Anlage seit 2013 ohne gültige Betriebserlaubnis. Die aktuelle Genehmigung läuft zwar noch bis 2036, doch die 152 Behälter sollen in über 50 Einzeltransporten dorthin gebracht werden. Sowohl die Stadt Ahaus als auch Anti-Atomkraft-Initiativen hatten versucht, die Transporte zu stoppen – bisher ohne Erfolg.
Unterdessen hat in Deutschland die Debatte über Kernenergie neue Fahrt aufgenommen, insbesondere durch Diskussionen über "kleine modulare Reaktoren" (SMR). Diese kompakt gebauten, industriell gefertigten Meiler produzieren weniger Abfall, doch bisher ist keiner in Betrieb. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der Ursula von der Leyen und Emmanuel Macron die Atompläne in Europa wiederbeleben wollen.
Der Atommüll wird zwar nach Ahaus gebracht, doch ein Endlager steht weiterhin nicht fest. Die Transporte beenden zwar einen langen Rechtsstreit, doch die Frage der langfristigen Lagerung bleibt ungelöst. Vorerst verbleiben die Castor-Behälter in Zwischenlagern – bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist.






